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Dankbarkeit

 

DANKBARKEIT – DAS GESCHENK DES TAGES

 

Jeder kennt das Gefühl der Dankbarkeit, wenn uns jemand etwas Gutes getan hat, sich für uns Mühe gegeben hat, wir ein Geschenk erhalten, das wir uns gewünscht haben, wenn etwas genau so läuft, wie wir es erhofft haben …

Da ist es leicht, dankbar zu sein.

Dankbarkeit ist so ein wohliges, angenehmes Gefühl, dessen Wirkungen sich auch endokrinologisch und neurobiologisch nachweisen lassen. So wie jede Form von erlebter Resonanz, z.B. durch befriedigende zwischenmenschliche Kontakte oder auch das Hören von schön empfundener Musik, wird dadurch die Ausschüttung der Hormone, die unser Wohlbefinden generieren, angeregt. Körpereigene Endorphine steigern das körperliche und psychische Wohlbefinden, während das sogenannte Bindungshormon Oxytocin (bekanntermaßen bei Verliebten und stillenden Müttern in höchster Konzentration vorhanden) Entspannung und Zufriedenheit bewirkt. Gleichzeitig wird die Aktivität der Mandelkerne im Gehirn herabgesetzt, was wiederum ein Absenken der Stresshormone bewirkt. Dies wiederum hat eine positive Wirkung auf unser Immunsystem und unsere Abwehrkraft.

Außerdem stärkt das Gefühl der Dankbarkeit die sogenannte Herzkohärenz. Dies bezeichnet die Fähigkeit unseres Herzens, sich durch ein differenziertes Zusammenspiel der Schaltstellen in unserem Organismus jederzeit durch geringfügige Schwankungen an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen.

Man könnte also sagen, dass die Entwicklung der Fähigkeit, dankbar zu sein, positive Auswirkungen auf unsere körperliche und seelische Gesundheit hat. Daher stellt sich die Frage, wie ich diese Fähigkeit entwickeln und stärken kann.

Vielleicht könnte ich mir einfach mal bewusst machen, wieviel Aspekte meines Lebens hier und heute, die ich als selbstverständlich erachte, Anlass zu Dankbarkeit geben, z.B. jederzeit genug sauberes Wasser und genügend Nahrung, ein warmes, weiches Bett, Zugang zu Bildung, ein hohes Maß an Sicherheit für mein Leben, jederzeit Zugang zu einer hoch entwickelten Medizin, oder auch die Möglichkeiten und Freiheiten, die ich als Frau in unserer Zeit in Mitteleuropa habe – auch wenn zu einer echten Gleichstellung noch einiges fehlt.

Ich könnte auch meine Augen und mein Herz offen halten für das GESCHENK DES TAGES – ein überraschender Anruf von einer lieben Freundin, das Aufblühen einer Blume auf meinem Fensterbrett, das unerwartete Lächeln einer fremden Person, das Aufblitzen eines Tautropfens im ersten Sonnenlicht …

Ich könnte mir auch immer wieder aufs Neue bewusst machen, dass es nicht selbstverständlich ist, einen liebevollen Partner zu haben, eine Familie, in der ich Wärme auftanken kann, Freunde, die zu mir stehen, mich an Musik, an Büchern zu erfreuen, dass ich weitgehend gesund bin, dass mein Körper mir Vergnügen bereitet, wenn ich mich bewege oder wenn ich mich ausruhe …

Die „hohe Schule der Dankbarkeit“ wäre es, auch Dankbarkeit zu empfinden für etwas, was ich zunächst als unangenehm erlebe, im Bewusstsein dessen, dass es mich in meiner Entwicklung weiter bringt, eine „Ent-Täuschung“, das Erkennen einer Tatsache, die so nicht oder nicht mehr stimmt, wenn ich erkenne, dass ich mich in eine Idee, oder auch einen Menschen „verrannt“ habe. Manchmal lehren uns Schicksalsschläge, auch Krankheiten, dass ich in meinem Leben etwas verändern muss. Wenn es mir gelingt, die Lektion zu lernen, und ich gestärkt aus einer körperlichen oder seelischen Krise hervorgehe und daran wachse, habe ich allen Grund, dankbar zu sein.

Ich stelle meinen Klienten manchmal die Aufgabe, ein sogenanntes Freuden - oder Dankbarkeitstagebuch zu führen, in das jeden Abend drei Dinge eingetragen werden, für die ich dankbar bin. Das kann für viele am Anfang recht schwierig sein, aber ich erlebe sehr oft, dass es letztlich die Augen öffnet für das Gute, das mir tagtäglich widerfährt, dass es empfänglich macht für das GESCHENK DES TAGES.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Anni Lemberger (Sonntag, 13 Januar 2019 20:16)

    Liebe Frau Blamauer. Ein ganz wunderbarer Aufsatz, herzliche Gratulation